Welche Schulformen gibt es?

Geschreiben von Lernstressauf7. Juli 2011 in Schulformen |
In den alten Bundesländern standen Abgängern der 4. Grundschulklasse lange Zeit drei Schulformen zur Auswahl: Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Diese frühzeitig voneinander abgegrenzte Sozialisierung geriet in den letzten Jahren zunehmend in Kritik, da die Wahl der Schulform meist in einem bedenklichen Zusammenhang mit der sozialen Herkunft der Schüler zusammenhängt, was einer ungerechten Stigmatisierung gleichkommt.

Bildungspolitiker bemühten sich in den letzten Jahren darum, die Schullaufbahnen flexibler zu gestalten, um den Schülern, im Sinne der Chancengleichheit, möglichst lange mehrere Wahlmöglichkeiten offen zu halten. In Deutschland variieren die Bildungsmöglichkeiten von Bundesland zu Bundesland, weshalb die Bezeichnungen der Schulformen und -abschlüsse nicht einheitlich sind. Der Trend geht jedoch insgesamt dahin, Haupt- und Realschulen zu integrierten Schulen zusammenzuschließen. Ziel ist es, den Schülern, unabhängig von ihrer Herkunft, länger Zeit gegeben, sich zu orientieren und die eigenen Stärken zu entwickeln und zu entdecken.Während das frühere Hauptschul-Modell die Schüler vordergründig auf das Berufsleben nach der 9. Klasse vorbereiten sollte, wird in integrierten Schulen die Entscheidungsmöglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erreichen, im Blick behalten. Vom Miteinander leistungsstarker und leistungsschwacher Schüler verspricht man sich außerdem positive gesellschaftliche Entwicklungen.

Die Integrierten Gesamtschulen (IGS), oder erweiterten Realschulen/Realschulen Plus, zeichnen sich meist durch die betont individuelle Gestaltungsmöglichkeit der Schullaufbahn aus. Ein Abschluss an ein und derselben Schule ist nach dem 9. Schuljahr (Berufsreife), der 10. Klasse (Mittlere Reife), der 12. Klasse (Fachhochschulreife) oder nach der 13. Klasse (Abitur) möglich. Den Schulen stehen – je nach Bundesland und Verordnungen der regionalen Schulbehörden – verschiedene Organisationsmöglichkeiten zur Verfügung, um den unterschiedlichen Lerntypen gerecht zu werden.

So gibt es Schulen, in denen im Klassenverband unterrichtet wird, Schüler aber in 3 Leistungstöpfe eingeteilt werden. Im Unterricht und in Klausuren werden leichte, mittlere und schwere Aufgaben für die optimale Förderung und Forderung der einzelnen Schüler gestellt. Ein vielseitiger Wahlpflichtfach- und AG-Bereich geht außerdem gezielt auf die verschiedenen Interessen der Schüler ein.

Andere Modelle sehen nach der Orientierungsphase im 5. und 6. Schuljahr Differenzierungen in Grund- und Erweiterungskurse vor, und ab der 8. Klasse abschlussbezogene Klassen, in denen die Schüler entweder auf die Berufsreife, oder auf den qualifizierten Sekundarabschluss I vorbereitet werden, nach dessen erfolgreichem Abschluss die mittlere Reife, die Allgemeine oder fachbezogene Hochschulreife angestrebt werden kann. Reformen im Schulsystem betreffen nicht nur die inhaltlichen Schulstrukturen, sondern auch die Umstellung vom herkömmlichen Halbtagsunterricht auf Ganztagsschulen – einerseits, um sich dem Wandel der Lebens- und Arbeitsformen der Eltern anzupassen und andererseits, um dem guten Beispiel internationaler Leistungsstandards zu folgen.

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